Wege in ein erfolgreiches Studium


Die Technische Universität Hamburg [TUHH] ist bestrebt, den Studienerfolg in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen deutlich und nachhaltig zu erhöhen und zugleich auch die Qualität Ihrer Lehre kontinuierlich zu verbessern. Nach einer Studie der Hochschul-Informations-System GmbH1 und einer Studie an der TUHH2, stellen u.a. Motivationsdefizite, ein hoher Abstraktionsgrad, fachliche Überforderung oder berufsirrelevante bzw. unvernetzte Studieninhalte negative Faktoren in der Auswirkung auf den Studienerfolg dar.

Unser Ziel ist es, die Studienabbruchquote in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen deutlich und nachhaltig zu senken. Durch den mytrack können wir die Studiensituation besser einschätzen. Wir können die unterschiedlichen fachlichen und sozialen Bedürfnisse der Studierenden ganzheitlich und individuell fördern.

  • Prof. Dr. Sönke Knutzen, Vizepräsident Lehre der TUHH

Neben diesen eher inhaltlichen Problemen, sehen sich Studierende in der Studieneingangsphase ebenso mit einer Vielzahl von Herausforderungen, wie ein neuer sozialer Kontext, neue Lehr-/Lernformen und Lehrkulturen sowie mit der Selbstorganisation des Studiums konfrontiert3. Insbesondere im Hinblick auf Orientierung, Wissensdefizite, Erwerbstätigkeit und Familienpflichten kann die Heterogenität der Studierendenschaft in der Regelstudienzeit nicht ausreichend berücksichtigt werden4. Aufgrund dieser Erfahrungen und hinsichtlich der bundesweiten Quote von Studienabbrechern im Bachelorstudium in Ingenieurwissenschaften in Höhe von 36% eines Jahrgangs5, bedarf es eines hochschuldidaktischen Konzepts zur Sicherung des Studienerfolgs und der nachhaltigen und kontinuierlichen Verbesserung der Lehrqualität sowie Maßnahmen zur individuellen Förderung, welche insbesondere auf o.g. Gruppe zugeschnitten ist.

Studiensituationen und -probleme in der Studieneingangsphase (i.A.a. General, S. 103)6


Der mytrack ermöglicht individuelle Studienwege durch das Bachelorstudium an der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Das Programm bietet den Studierenden einen individuellen Studienverlaufsplan, der sich an den Interessen und persönlich gesetzten Schwerpunkten der Studierenden orientiert und mit einer umfangreichen Diagnose zur Identifikation der individuellen Kompetenzförderbedarfe gespiegelt wird.

Strukturgebendes Element des mytrack ist eine online-gestützte Selbsteinschätzung („mytrack-Diagnose“) der Studierenden, die ihnen ein Feedback zu ihrer Studiensituation und ihrem Studienverhalten gibt. Hierbei bildet – neben Fragen zur persönlichen Studiensituation und einer umfangreichen Selbsteinschätzung im Bereich Fachwissen sowie Fertigkeiten (Mathematik und Logik) – eine Analyse der Belastung von Studierenden hinsichtlich des Studienabbruchrisikos („Konfliktfaktoren“) den thematischen Schwerpunkt. Auf Basis dieser Einschätzung erfolgt eine erste, automatisierte Empfehlung ergänzender Studienangebote. Die Ergebnisse dieser online gestützten Diagnose zusammen mit den bisher erbrachten Leistungen der Studierenden sind Ausgangspunkt für die anschließende individuelle Beratung des mytrack.


  1. 1: Heublein, Ulrich; Hutzsch, Christopher; Schreiber, Jochen; Sommer, Dieter; Besuch, Georg (2010). Ursachen des Studienabbruchs in Bachelor- und in herkömmlichen Studiengängen. Ergebnisse einer bundesweiten Befragung von Exmatrikulierten des Studienjahres 2007/ 08 (S. 158 ff.). HIS Hochschul-Informations-System GmbH, Hannover. 

  2. 2: Derboven, Wibke; Winker, Gabriele (2010). Ingenieurwissenschaftliche Studiengänge attraktiver gestalten. Vorschläge für Hochschulen (S. 25 ff.). Springer, Berlin Heidelberg. 

  3. 3: Knutzen, Sönke; Kallies, Hanno; Lusiewicz, Anna; Misch, Viktoria: Problem- und projektbasiertes Lernen in der gestreckten Studieneingangsphase „mytrack“ an der TU Hamburg-Harburg. In: Kammasch, Gudrun (Hg., 2015). Wege zu technischer Bildung. Wie viel (Grundlagen)Wissen braucht technische Bildung? : Referate der 9. Ingenieurpädagogischen Regionaltagung 2014 an der Universität Siegen, 6. - 8. November 2014. Ingenieurpädagogische Regionaltagung. Berlin: IPW, S. 187-192. 

  4. 4: Hochschulrektorenkonferenz (2016). Erfolgsversprechende Faktoren für extracurriculare Maßnahmen in der Studieneingangsphase. Empfehlung des Runden Tisches Ingenieurwissenschaften des Projekts nexus der HRK (S. 10). Hochschulrektorenkonferenz, Bonn. 

  5. 5: Heublein, Ulrich (2014). Die Entwicklung der Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen. Statistische Berechnungen auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2012. (Forum Hochschule) (Band 2014, 4) (S. 4 ff.). Dt. Zentrum für Hochsch.- und Wiss.-Forschung, Hannover. 

  6. 6: General, S. (2011). Ausbildung von studentischen Mentoren zur Unterstützung von Studienanfängern (Motivierendes Lehren und Lernen in Hochschulen). In W. Görts (Hrsg.), Tutoreneinsatz und Tutorenausbildung: Studierende als Tutoren, Übungsleiter, Mentoren, Trainer, Begleiter und Coaches - Analysen und Anleitung für die Praxis (S. 94–110). UVW Universitäts Verlag, Bielefeld.